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Innenohrdiagnostik

Eine kleine Auswahl häufiger Innenohrfunktionsstörung  (Störung der Cochlea / Schnecke) ist nachfolgend dargestellt:

Altersschwerhörigkeit

Eine Schwerhörigkeit liegt vor, wenn die Empfindlichkeit des Hörorgans vermindert ist. Im Laufe des Lebens entwickelt sich häufig bei Angehörigen der europäischen Zivilisation eine Hörminderung, die im Hochtonbereich beginnt.
Die ersten Zeichen dieser Form der Hörminderung sind eine Störung der Sprachverständlichkeit bei Hintergrundgeräuschen (Party-Effekt).

Bis vor einiger Zeit hielten die Wissenschaftler die Entwicklung dieser Hörminderung für einen natürlichen Prozess im Alter. Untersuchungen bei eingeborenen Stämmen im Amazonas-Urwald zeigten hingegen auch bei alten Stammesangehörigen ein sehr gutes Hörvermögen. Daraus wird nun der Schluss gezogen, dass Altersschwerhörigkeit in Wirklichkeit die Folge des Einflusses unserer Zivilisation auf unser Ohr ist.

Hörsturz

Jährlich verlieren in Deutschland über 15 000 Menschen plötzlich das Hörvermögen. Meistens ist der Hörverlust auf ein Ohr beschränkt. Diesen plötzlichen Hörverlust nennt man Hörsturz. Häufig ist der Hörsturz von Ohrgeräuschen (Tinnitus) begleitet. Auch Schwindel und Druckgefühl im Ohr können auftreten.

Man geht davon aus, daß eine virale Infektion des Innenohrs besteht oder die Blutversorgung im Innenohr gestört ist. Weitere Störungen können einen Hörsturz verursachen. In den meisten Fällen kann jedoch die eigentliche Ursache nicht gefunden werden.
Häufig kommt es zu einer spontanen Erholung des Ohres unter Ruhe. Der Hörsturz gilt in HNO-Kreisen nicht als Notfall, sondern als Eilfall. Er kann im Regelfall innerhalb von 48 h immer noch gut behandelt werden.

Otosklerose

Die Otosklerose ist nicht unmittelbar eine Erkrankung des Innenohres, sondern primär Erkrankung des Mittelohrs im Übergang zum Innenohr, genauer des Steigbügels. Dieser verliert durch eine verknöchernde Verbindung zum Innenohr seine Beweglichkeit. Die Otosklerose führt zu einer fortschreitenden kombinierten Hörminderung (Schall-Leitungstörung und Innenohrschwerhörigkeit) und in einigen Fällen zu Ohrgeräusch und Schwindel. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Bei einer Otosklerose sollte frühzeitig operiert werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Otoakustische Emissionen

Mithilfe der otoakustischen Emissionen lässt sich schnell und zuverlässig prüfen, ob das Innenohr eine normale Funktion zeigt.  Dringen Schallwellen in ein Innenohr, reagiert es aktiv mit Schwingungen auf den akustischen Reiz. Diese Schwingungen verlassen das Ohr und lassen sich messen (Emissionen aus dem Ohr = otoakustische Emissionen).
Das Innenohr (Cochlea) wird als nichtlinearer Verstärker angesehen. Differenztöne sind nur bei aktiver Funktion der äusseren Haarzellen möglich. Die OAE Messung gilt als ein Fingerabdruck des Ohres.

In der klinischen Untersuchung werden 
  • die transitorischen otoakustischen Emissionen (TOAE) 
  • die Distorsionsprodukte (Verzerrungprodukte) DPOAE und bis jetzt noch selten
  • die Wachstumsfunktionen der DPOAE eingesetzt

Um die TOAE zu erhalten wird im Gehörgang über einen sehr kleinen Lautsprecher ein Signal von rund 70 dB erzeugt. Das durch das Innenohr modulierte Echo wird mittels kleiner Mirkophone aus dem Grundrauschen des Körpers identifiziert.
Ab einer definierten Signalstärke der otoakustischen Emissionen geht man davon aus, daß die Hörschwelle des untersuchten Ohres normal ist, also für eine annähernd normale cochleäre Funktion besteht.
Dieser Test ist Bestandteil des Neugeborenen-Hörscreening

Um die DPOAE zu erhalten werden 2 Frequenzen (Töne) im Gehörgang erzeugt, die zueinander in einer bestimmten mathematischen Funktion stehen, die die Entstehung eines dritten Tones erlaubt (Tartini-Schwingung).
Die vom Innenohr (Basilarmembran der Cochlea) modulierten und abgegeben Töne (Emissionen) geben ebenfalls einen Hinweis auf die Hörfunktion. Ab einer definierten Signalstärke der otoakustischen Emissionen geht man davon aus, dass die Hörschwelle des untersuchten Innenohrs besser als 50 db ist.

DPOAE Wachstumsfunktionen
DPOAE Wachstumsfunktionen sind derzeit Gegenstand lebhafter Untersuchungen der Akustik-Ingenieure und Biophysiker in den audiologischen Labors der universitären HNO-Kliniken. Bis jetzt geht man davon aus, daß sie sich sehr gut zur gezielten frequenzbezogenen Innenohrdiagnostik eignen.
Wenn bei akuten Innenohrfunktionsstörungen (z.B. Hörsturz) im klassischen Reintonaudiogramm die Funktionsstörung im Seitenvergleich zwischen rechten und linken Ohr nicht eindeutig herauslesbar ist, da sie in den Bereich der Messungenauigkeit fällt, können die Wachstumsfunktionen der DPOAE fast immer für eine Klärung sorgen. 
Die normale Funktion des Innenohres zeigt bei zunehmendem Schallpegel eine Reduktion der Verstärkung (nichtlineare Verstärkung). Fehlt diese geht man von einer Störung der Basilarmenbran aus.

Im Gegenzug kann auch die Erholung des Innenohres oder der Therapieerfolg durch die nunmehr nachweisbare nichtlineare cochleären Verstärkung bei zunemender Prüflautstärke erfasst werden.
Die Wachstumsfunktionen werden bei verschiedenen Frequenzen untersucht.

BERA
Die BERA (Akronym für "brainstem evoked response audiometry") wird auch als Hirnstammaudiometrie bezeichnet und ist ein auf die Hörbahn spezialisiertes EEG-Verfahren. Bei der BERA werden die evozierten Elektropotentiale des Innenohres, der Hörbahn, des Hirnstamms und der Hirnrinde gemessen.
In der HNO-Heilkunde dient die BERA zur Erfassung von Funktionsstörungen zwischen Innenohr und Hirnstamm.

AABR
Die AABR ("automated auditory brainstem response") stellt ein automatisiertes BERA-Verfahren für Säuglinge (Riskoschwangerschaft) und Kleinkinder dar. 
Es dient zusammen mit den TOAE der Lokalisation der Hörstörung, wenn beim Neugeborenen-Hörscreening die Untersuchung des Innenohrs mit den otoakustischen Verfahren auffällig war. 
Die AABR ist Bestand des Neugeborenen-Hörscreening.
  
ASSR
Die ASSR (Acronym für "auditory steady state reaction") ist ein besonderes BERA-Verfahren zur Bestimmung der Hörschwelle.
Ohne aktive Mitwirkung des Untersuchten wird die Hörschwelle in den für die Spracherkennung wichtigen Hauptfrequenzen bestimmt.
Das Verfahren findet seinen Einsatz bei schwankenden Hörkurven des Reintonaudiogramms oder bei nicht kooperationsfähigen Patienten.
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